Achtsamkeit und harte Butter

Das Holzfeuer flackert im Kaminofen und gibt wohlige Wärme ab. Gerade habe ich die Aufback-Brötchen aus dem Backofen genommen. Wie lecker sie duften. Der Frühstückstisch ist gedeckt und ich freue mich auf das erste Urlaubsfrühstück.
Oh je, ich habe vergessen die Butter aus dem Kühlschrank zu nehmen. Sie ist total hart! Ich merke, wie ich enttäuscht mein Gesicht verziehe. Wie hatte ich mich gefreut auf streichzarte Butter auf warmen Brötchen. Aber jetzt ist die Butter steinhart, satt streichzart.
Auf einmal fange ich an zu lachen. Jetzt hätte es ein kleines Stück harte Butter beinahe geschafft, mir meine gute Laune zu rauben.
Ein kleines Stück harte Butter und ein großes Stück meiner Erwartungen, wie die Welt um mich herum sein soll, wie schnell können sie mir zu emotionalen Stolpersteinen werden.
Aber die Welt und die Butter sind nun einmal, wie sie sind. Da hilft es mir mehr Achtsamkeit zu üben, meinen inneren und meinen äusseren neutralen Beobachter zu aktivieren und im stillem Gewahrsein aufmerksam das Jetzt zu betrachten. Wenn die Butter hart ist, ist sie hart. Punkt. Achtsamkeit unterstützt meine Gelassenheit und innere Ruhe. Dann kann ein Stück harte Butter weder die Welt-Herrschaft, noch die persönliche Herrschaft über mich an sich reißen.
So können mir immer wieder die kleinen und großen Dinge des Alltag Anlässe sein, mich in einer Haltung des aufmerksamen Gewahrseins zu üben. Dann kann ein hartes Stück Butter am Morgen schon meine erste herausfordernde Achtsamkeitsübung sein. Achtsamkeit im Alltag, immer wieder eine Herausforderung. Danke für die harte Butter heute Morgen.

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